Archivnotiz · nicht inhaltlich claim-geprüft · Deutsch
Chemie und Inhaltsstoffe
Aus: Muskatellersalbei — Tiefenprofil
Muskatellersalbei-Oel ist chemisch ein Ester- und Monoterpenalkohol-Oel. Die beiden mengenmaessig dominierenden Komponenten sind Linalylacetat und Linalool. In einer GC-MS-Analyse wurden 49,1 Prozent Linalylacetat und 20,6 Prozent Linalool gemessen (PMC10049179, Int J Mol Sci 2023). Ueber die gesamte Literatur betrachtet schwankt Linalylacetat typisch im Bereich von etwa 43 bis 57 Prozent, mit gemeldeten Extremwerten von 2,6 bis 57 Prozent, waehrend Linalool grob zwischen 8 und 40 Prozent liegt. Insgesamt dominieren oxygenierte Monoterpene und machen etwa 82 Prozent der Zusammensetzung aus (PMC10049179; acgpubs Greek S. sclarea EO Review). Herbal- und Praxisquellen nennen fuer Linalylacetat je nach Herkunft und Destillation teils Werte von 45 bis 75 Prozent und fuer Linalool etwa 9 bis 19 Prozent (herbalreality.com; aromapraxis.de; Tisserand & Young). Diese Spannbreiten sind normal und spiegeln die Chemotyp-Variabilitaet wider.
Als regelmaessige weitere Inhaltsstoffe treten Geranylacetat, alpha-Terpineol, (E)-Caryophyllen, Germacren-D, Geraniol, Nerol, Nerylacetat und Myrcen auf (PMC10049179; ijrti.org IJRTI2501055; Springer 10.1007/s13596-019-00420-x). Ebenfalls charakteristisch, wenn auch mengenmaessig oft gering, ist das Labdan-Diterpen Sclareol, das im destillierten Oel meist niedrig liegt (grob 0,5 bis 2 Prozent, in Rohextrakten bis etwa 7 Prozent) und im Konkret oder Absolue deutlich hoeher konzentriert ist (herbalreality.com; aromapraxis.de). Sclareol ist eine Leitsubstanz der Art. Es wurde erstmals aus Salvia sclarea isoliert und dient als Ausgangsstoff fuer die Ambrox-Duftstoffe der Parfumindustrie (PubMed 25672419; Springer 10.1007/s10495-006-0026-8; PMC8484277). Sowohl Sclareol als auch Linalylacetat werden in den Drusenschuppenhaaren der Pflanze, den glandular trichomes, ueber den MEP-Weg biosynthetisiert (PMC8484277). Diese Chemie erklaert das Grundprofil: Ester und Monoterpenole gelten als eher krampfloesend und beruhigend, was die traditionelle Verwendung plausibel macht, ohne sie zu beweisen.
Quellen
- PMC10049179Identifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen
- PMID 25672419Identifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen
- PMC8484277Identifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen
- DOI 10.1007/s13596-019-00420-xIdentifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen
- DOI 10.1007/s10495-006-0026-8Identifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen
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