Archivnotiz · nicht inhaltlich claim-geprüft · Deutsch
Botanik und Herkunft
Aus: Thymian — Tiefenprofil
Thymus vulgaris ist ein Lippenblütler (Lamiaceae) aus dem Mittelmeerraum und liefert das ätherische Thymianöl, das durch Wasserdampfdestillation aus dem blühenden Kraut gewonnen wird. Botanisch besonders wichtig ist, dass die Art nicht chemisch einheitlich ist, sondern in mehreren Chemotypen vorkommt. In der Literatur werden bis zu rund dreizehn Chemotypen beschrieben; die sechs klassischen sind der Linalool-, Borneol-, Geraniol-, Sabinenhydrat-, Thymol- und Carvacrol-Typ. Der Chemotyp bestimmt das Wirkstoffprofil, das Reizpotenzial und die sinnvolle Anwendung sehr stark. Zwei Pflanzen können äußerlich gleich aussehen und beide Thymus vulgaris sein, aber Öle mit völlig unterschiedlichem Verhalten liefern. Diese Chemotypen-Einteilung ist etabliert und gut abgesichert (EO-Charakterisierung verschiedener Standorte, PMC5302419; Kowalczyk et al., PMC7571078).
Praktisch werden im Handel oft weitere Chemotyp-Bezeichnungen genannt, etwa Thymol-, Carvacrol-, Linalool-, Thujanol-, Geraniol- und alpha-Terpineol-Typ. Diese Typen haben ein stark unterschiedliches Wirk- und vor allem Sicherheitsprofil. Deshalb ist die Chemotyp-Angabe auf dem Etikett in der Aromatherapie-Praxis das eigentlich entscheidende Kriterium, nicht die bloße Artbezeichnung (Eden Botanicals; Aromatics International; School of Essentria). Ein zweiter Grundzug betrifft die Variabilität. Der Gehalt an ätherischem Öl und das Verhältnis von Thymol zu Carvacrol schwanken stark mit Herkunft, Erntezeitpunkt, Genetik und Anbaubedingungen. Chargenvariabilität ist bei Thymian die Regel und nicht die Ausnahme, was die Bedeutung einer Analytik pro Charge unterstreicht (Chemotypen und Ölzusammensetzung, PMC8398316; PMC5302419).
Quellen
- PMC5302419Identifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen
- PMC7571078Identifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen
- PMC8398316Identifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen
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