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Botanik und Herkunft

Aus: Ingwer — Tiefenprofil

Archiv-Einordnungetabliert1 QuellenMindestens eine Quellenidentität technisch bestätigt

Ingwer ist das Rhizom, also der unterirdische Wurzelstock, der Pflanze Zingiber officinale aus der Familie der Ingwergewächse. Kultiviert wird die Pflanze seit über dreitausend Jahren in Indien und China als Heil- und Gewürzpflanze. Im antiken Rom war Ingwer ein teures Handelsgut, und im 16. Jahrhundert galt er zeitweise als Aphrodisiakum. Diese kulturgeschichtliche Einordnung ist gut dokumentiert und hat hohe Confidence (naturhaus.com; kostbarenatur.net). Das ätherische Ingweröl wird durch Wasserdampf- beziehungsweise Hydrodestillation aus dem Rhizom gewonnen. Die Ölausbeute ist gering und liegt bei etwa einem bis vier Prozent bezogen auf getrockneten Ingwer. Das gewonnene Öl besteht zu rund fünfundneunzig bis neunundneunzig Prozent aus flüchtigen Mono- und Sesquiterpenen. Diese Grundlagen sind etabliert und über mehrere Übersichtsarbeiten abgesichert (Springer Clinical Phytoscience 2018, 10.1186/s40816-018-0097-4; MDPI Separations 2023, 10(3):186).

Botanisch und chemisch wichtig ist, dass Ingweröl kein einheitliches Produkt ist, sondern deutlich unterschiedliche Chemotypen ausbildet. Herkunft, Kultivar, Erntezeitpunkt und Trocknung entscheiden mit, welches Profil entsteht. Auf der einen Seite stehen zingiberen-dominierte Öle, wie sie etwa für Indien typisch sind. Auf der anderen Seite stehen monoterpen- beziehungsweise citralreiche Profile: In australischen Ölen dominieren teils Geraniol und Linalool, in einem algerischen Öl wurde ein Citralgehalt von rund einunddreißig Prozent beschrieben, und ecuadorianische Öle zeigten Citral, Geraniol und Zingiberen nebeneinander. Diese Chemotypen-Vielfalt ist etabliert und gut belegt (Springer Clinical Phytoscience 2018, 10.1186/s40816-018-0097-4; Tandfonline Journal of Essential Oil Bearing Plants 2018, 21(6)). Für die Praxis heißt das, dass zwei Flaschen Ingweröl unterschiedlicher Herkunft chemisch und im Geruch deutlich voneinander abweichen können.

Quellen

  1. DOI 10.1186/s40816-018-0097-4Identifier technisch bestätigt; Aussagezuordnung separat prüfen

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